Rund 30.000 Inseln, Schären und Felsen erstrecken sich östlich von Stockholm in die Ostsee. Dieses Labyrinth aus Wasser, Kiefernwäldern und glattem Granit ist eines der eindrucksvollsten Naturgebiete Skandinaviens – und vom Wasser aus erschließt es sich ganz anders als von Land.

Kajak: Nah am Wasser, nah an der Natur

Ein Kajak erlaubt es, zwischen winzigen Schären hindurchzupaddeln, die kein Ausflugsboot je ansteuert. Viele Touristen starten von Gebieten nahe der Stadt und paddeln sich schrittweise in ruhigere, abgelegenere Bereiche des Archipels vor. Das Wasser ist in den Sommermonaten oft überraschend ruhig, gerade im inneren Schärengarten, wo die Inseln als natürlicher Windschutz wirken.

In Schweden gilt das Jedermannsrecht (Allemansrätten), das es grundsätzlich erlaubt, sich frei in der Natur zu bewegen und vorübergehend an Ufern anzulegen – auch auf privaten Grundstücken, sofern man Abstand hält und nichts beschädigt. Das ist ein erheblicher Vorteil für Kajakfahrer, die mehrere Tage auf dem Wasser verbringen möchten. Die genauen Regeln sollte man sich vor der Tour von einer lokalen Stelle erklären lassen.

Kajakverleihe und geführte Touren sind in Stockholm und in verschiedenen Gemeinden im Schärengarten verfügbar. Geführte Touren sind besonders für unerfahrene Paddler empfehlenswert, da Strömungen und Wetterbedingungen sich in der Ostsee schnell verändern können.

Mit dem Boot: Tagestouren und längere Fahrten

Wer kein Kajak mieten möchte, hat mehrere Alternativen. Öffentliche Fährlinien verbinden Stockholm mit einer Reihe von Schäreninseln und sind eine einfache Möglichkeit, den Archipel kennenzulernen, ohne selbst zu navigieren. In den Sommermonaten fahren diese Verbindungen häufiger.

Motorboote und Segelboote lassen sich in verschiedenen Häfen rund um Stockholm mieten – mit oder ohne Skipper. Ohne Skipper ist meist ein gültiger Bootsführerschein erforderlich; welcher Schein anerkannt wird, klärt man am besten direkt beim jeweiligen Verleih. Wer einfach eine entspannte Rundfahrt möchte, kann auch Ausflugsboote nutzen, die regelmäßig in den Schärengarten fahren.

  • Innerer Schärengarten: dichter bebaut, gut mit öffentlichen Fähren erreichbar, ideal für Tagesausflüge
  • Mittlerer und äußerer Schärengarten: weiter abgelegen, ruhiger, mehr Wildnis – besser mit eigenem Boot oder mehrtägiger Kajakroute
  • Übernachtungen: Auf einigen Inseln gibt es Ferienhäuser, Herbergen oder Campingplätze; Verfügbarkeit und Buchung sollte man frühzeitig prüfen

Praktisches für die Planung

Die Saison für Wasseraktivitäten im Schärengarten läuft grob von Mai bis September, mit den längsten Tagen und wärmsten Temperaturen im Juni und Juli. Bezahlt wird in Schweden mit Karte – Bargeld wird kaum akzeptiert, auch bei kleineren Verleihstationen und Fähren. Die schwedische Währung ist die Krone (SEK), nicht der Euro.

Englisch wird im gesamten Stockholmer Raum gut gesprochen, sodass die Kommunikation mit Anbietern, Fährbetreibern und Einheimischen auf den Inseln in der Regel problemlos klappt. Für wetterbedingte Planänderungen empfiehlt es sich, etwas Flexibilität einzukalkulieren – das Wetter auf der Ostsee kann unbeständig sein.

Frequently Asked Questions

Q: Brauche ich Erfahrung, um den Schärengarten per Kajak zu erkunden?

A: Grundlegende Paddelerfahrung ist hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich, wenn man eine geführte Tour bucht. Für eigenständige Mehrtagestouren empfiehlt sich jedoch solide Erfahrung im Umgang mit Kajak und Seekarten. Lokale Anbieter beraten gerne über geeignete Routen für verschiedene Erfahrungsstufen.

Q: Kann man den Schärengarten auch ohne eigenes Boot erreichen?

A: Ja. Von Stockholm fahren im Sommer regelmäßig öffentliche Fähren und Ausflugsboote in den Schärengarten. Damit lassen sich mehrere Inseln bequem und ohne Bootsführerschein besuchen – ideal für einen ersten Eindruck des Archipels.

Praktischer Hinweis: Verleihpreise, Fährfahrpläne und Buchungsbedingungen ändern sich saisonbedingt. Aktuelle Informationen erhalten Sie direkt bei lokalen Tourismusbüros oder beim jeweiligen Anbieter vor Ort.